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ASV Dachau

Sensationswochenende für den ASV Dachau

Erst begeistern die ASV-Youngster am Samstag 300 Zuschauer in der Georg-Scherer-Halle mit einem souveränen 3:0 gegen Zweitligaabsteiger VC Dresden. Dann schlagen sie im Pokal den großen Favoriten.

Erst begeistern die ASV-Youngster am Samstagabend gut 300 Zuschauer in der Georg-Scherer-Halle mit einem souveränen 3:0 (26:24, 25:18, 25:19)-Sieg gegen Zweitligaabsteiger VC Dresden. Dann holt sich die ASV-Boygroup am Sonntag gleich noch als klarer Außenseiter den bayerischen Pokaltitel mit einem 2:0-Finalsieg gegen den amtierenden Zweitligameister Oshino Volleys Eltmann. Damit zieht der ASV in die erste Hauptrunde des Deutschen Pokalwettbewerbs ein und empfängt am Mittwoch, 8.November 2017, den Erstligisten SVG Lüneburg in der Georg-Scherer-Halle.  

Ungläubiges Staunen allseits am Samstagabend: „Wann waren zum letzten Mal so viele Zuschauer da“, hat sich der stellvertretende Volleyballer-Chef Jens Kaiser mit strahlendem Blick auf die fast vollbesetzte Scherer-Halle gefragt und gleich mal festgehalten: „Das ist ein Neuanfang!“ ASV-Coach Dominic von Känel konnte die Galavorstellung seiner Youngster direkt nach der Heimpremiere überhaupt noch nicht fassen: „Nie im Leben hätte ich gedacht, dass wir um kurz nach neun fertig sind!“

Heimvorteil sticht

Doch die ASV-Jungs um Zuspieler Benedikt Sagstetter zeigten nach ihrer wackeligen Drittligapremiere beim Vorjahresachten in Zschopau überhaupt keine Verunsicherung. Auch nicht, als die Dresdner im ersten Satz immer mal wieder zwei, drei Punkte davonzogen. Dachau machte einfach unbeirrt weiter sein Ding, und das funktionierte besonders im Block außerordentlich gut. Nach einem guten Aufschlag vom eingewechselten Jonas Vogl sicherte sich Dachau mit einem satten Doppelblock von Konstantin Luber und Moritz Teichmann den ersten Satz mit 26:24.

„Dass wir den Satz noch gewonnen haben, war der Schlüssel“, meint Coach von Känel und schickt grinsend hinterher: „Auch das Blocktraining unter der Woche hat sicher geholfen.“ Doch den Hauptgrund für die souveräne Vorstellung – vor allem ohne jeglichen jugendlichen Hänger – sieht der Coach in den lange nicht mehr so gut gefüllten Tribünen der Scherer-Halle: „Das ist Heimvorteil, diese Riesenstimmung hat die Jungs getragen! Da war so ein Feuer, so ein Biss – die wollten’s einfach unbedingt gewinnen.“

MVP Benedikt Sagstetter

Was wohl auch bei den Gästen ankam, denn den schnellen ASV-Führungen in den Sätzen zwei und drei hatte Dresden nicht mehr viel entgegenzusetzen. Die ASV-Annahme um Libero Luis Klimpe blieb stabil, der Aufschlag wurde sogar noch effektiver. Samuel Sadorf, Fabian Bergmoser und Konstantin Luber spielten auf den Außenpositionen clever mit dem Gästeblock und Benedikt Sagstetter setzte seine Mittelblocker Sebastian Herrmann und Moritz Teichmann immer wieder erfolgreich in Szene – wenn der 16-jährige Zuspieler nicht gleich selbst die Leerstellen im Dresdner Feld fand.

Für seine beeindruckend abgeklärte Regieleistung wurde Sagstetter verdient zum MVP gewählt, doch auch er macht die Fans für den Sieg mitverantwortlich: „In Zschopau haben wir auch gut angefangen und sind dann etwas eingebrochen. Mit so einem Publikum passiert dir das nicht!“ Sprach’s, strahlte und machte sich auf zu seiner Familie. 

Pokaltitel am Sonntag nachgelegt

Blieb die Frage: Wie diese Leistung für den Pokalsonntag in Unterhaching konservieren? Antwort: Spielend einfach. Sicherlich hatte der ASV Losglück, dass er im Halbfinale zunächst Bayernligist Memmelsdorf erwischte. Doch nach dem 2:0 (25:22, 25:20) gegen die Nordbayern ging die ASV-Boygroup als klarer Außenseiter in das Finale gegen den amtierenden Zweitligameister Oshino Eltmann – zumal ASV-Mittelblocker Sebastian Herrmann im Halbfinale umgeknickt war und auf Krücken verfrüht die Heimreise antreten musste.

Thomas Öster sprang ein und steuerte einige sehenswerte Blocks zum Überraschungserfolg seines Teams bei. Die Müdigkeit war den ASV-Youngstern im dritten Spiel des Wochenendes anzumerken, doch gegen ihre mannschaftliche Geschlossenheit und Spielfreude kam die Erfahrung Eltmanns nicht dauerhaft an. Und die Franken hatten die jungen Wilden auf der anderen Seite wohl auch etwas unterschätzt. Doch der ASV sicherte sich mit 2:0 (25:20, 25:23) den Bayerischen Pokaltitel und freut sich nun auf den Erstligisten Lüneburg in der ersten Runde des deutschen Pokals – in der hoffentlich wieder vollbesetzten Scherer-Halle am 8. November 2017.

Komplettiert wurde das ASV-Erfolgswochenende von der zweiten und dritten Mannschaft, die in der Regionalliga- bzw. Bayernliga ebenfalls gewannen. Außerdem holten die ASV-Jugendspieler Simon Pfretzschner, Maximilian Herrmann und Tobias Besenböck mit der Bayernauswahl den Bundespokal-Titel. 

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